Nachhaltige Freiwilligenarbeit beim Naturschutz im Küstengebiet von Ghana

Im Rahmen der Freiwilligenarbeit säubern Volunteers einen Strand in Ghana
Bei drei großen Strandreinigungsaktionssammelten Volunteers 4268 Kilogramm Müll von den Stränden bei ihrer Freiwilligenarbeit. Foto: Rainbow Garden Village

Die Informationsplattform Freiwilligenarbeit.de hat jetzt in ihrer Serie über nachhaltige Volunteering-Projekte im Ausland die neue Fallstudie „Naturschutz in Ghana“ veröffentlicht. Hier berichtet auch ein Volunteer aus Stuttgart über seinen persönlichen Erfahrungen in diesem Freiwilligenarbeit-Projekt.

Um Standards für Nachhaltigkeit und Qualität zu schaffen, hat das Fachportal Freiwilligenarbeit.de mit verschiedenen Organisationen für Freiwilligenarbeit einen Round Table initiiert. Ziel des Arbeitskreises ist, Abstand von fragwürdigen Voluntourismus-Projekten zu gewinnen und nur ethisch sinnvolle Projekte zu ermöglichen, die im Ausland nachweislich einen Nutzen bringen. Die Fallstudien schildern, welche Ergebnisse gute Auslandsprojekte erzielen. Damit erhalten angehende Volunteers Entscheidungshilfen. Denn das Interesse an Freiwilligenarbeit ist groß: Pro Jahr brechen Schätzungen zufolge über 30 000 Freiwillige aus Deutschland – meist nach dem Abitur – auf, um sich in einem sozialen Projekt zu engagieren. Meistens bleiben sie etwa vier Wochen, manche auch einige Monate. Neben der ehrenamtlichen Projektarbeit wollen sie das Land näher kennenlernen und ihren Horizont erweitern. Doch welche Projekte sind bei dieser Art von Freiwilligenarbeit sinnvoll?

Case Study Naturschutz & Recycling in Axim/Ghana

In der neuen Case Study, die von Rainbow Garden Village erstellt wurde, geht es um das Naturschutzprojekt im Ort Axim in Ghana. Hier setzten sich Freiwillige im Naturschutz ein, um an der dortigen Küste konkret etwas für die Natur, Umwelt und die Bevölkerung zu tun. Eine Aufgabe unter vielen ist die Dokumentation bedrohter Tierarten, wie Meeresschildkröten, Fisch- und Säugetiere. Ein weiterer wichtiger Tätigkeitsbereich ist die Reinigung der Strände und das Bepflanzen der Küste zum Schutz vor Erosion. Zudem leisten die Freiwilligen Aufklärungsarbeit, um die Lebensräume für Mensch und Tier zu sichern. Zusammen mit dem lokalen Projektteam gehen die Volunteers in die umliegenden Dörfer, vor allem an Schulen. Dabei zeigen sie alternative, leicht umsetzbare Möglichkeiten für die gesunde Selbstversorgung, Müllvermeidung und für das Recycling. Bei all diesen Arbeiten sind die Volunteers eine wertvolle Hilfe: https://www.freiwilligenarbeit.de/ghana-naturschutz-projekt-case-study

Problembeschreibung: Naturschutz Ghana

Das große Umweltproblem in Ghana beginnt nicht im Meer, sondern beim Ankobra-Fluss. Er wird seit Jahren von illegalen Goldschürfern ausgebeutet. Erst durch das Umpflügen des Flusses und der Zerstörung der Mangrovensümpfe ist auch das Leben im Meer nahezu vollständig zerstört worden. Die Fischpopulation ist stark zurückgegangen. Die Fischer und ihre Familien haben keine ausreichenden Einnahme- und proteinreichen Nahrungsquellen mehr. Zudem ist der Ankobra-Fluss, der einst Trinkwasser-Qualität hatte, so stark verschmutzt, dass die Menschen krank werden. Jetzt wird das Trinkwasser gechlort und in Plastiktütchen oder Plastikflaschen verkauft. Das Wasser kann sich nicht jeder leisten, und die Flaschen türmen sich zu Müllbergen. Denn in den ländlichen Gebieten gibt es keine Müllabfuhr oder Recyclingstationen. Makro- und Mikroplastik findet man daher überall in den Dörfern, Flüssen und an den Stränden.

Vision und Ziele

Auf dem Projektgelände in Axim, einem rund 45 Hektar großen Strand- und Waldgrundstück, werden rund 60 ghanaische Mitarbeiter im „ECO-Tourismus“ ausgebildet und beschäftigt. Der vor mehr als 30 Jahren gegründete Betrieb ist in Ghana mittlerweile eine vielfach ausgezeichnete Institution.

Auf dem Gelände befinden sich auch eine biologische Farm und eine Bambusschreinerei. Hier bringen sich die Volunteers bei den Projekten „Bamboo Works“, „Beach & Recycling“ und „Ankobra Farms“ ein. Diese Projekte sollen Nachhaltigkeit und Umweltschutz landesweit vermitteln und fördern. Sie zeigen der Bevölkerung Möglichkeiten auf zur gesunden Selbstversorgung, Müllvermeidung und zum Recycling.

Bisherige Erfolge bei dem Freiwilligenarbeit-Projekt

Das Projekt findet bei der Bevölkerung und in der Öffentlichkeit große Beachtung. Immer mehr Menschen, z.B. ghanaische Studenten, nehmen am Projekt teil, um mitzuarbeiten und Informationen zu verbreiten.

Förderung von umweltfreundlichen, gesunden Nahrungsmitteln und Getränken

Es stellt sich die Frage: Warum ein zuckerhaltiges, in Plastik verpacktes Getränk kaufen, wenn Ghana das Land der Limetten, Zitronen, Orangen und des Zuckerrohrs ist? Deshalb werden in den Dörfern und an Schulen die mit Spenden gekauften Lehmwasserfiltersysteme verteilt und einfache Rezepte zur Herstellung hausgemachter Limonade verbreitet. In den küstennahen Regionen wachsen Mandelbäume. Zusammen mit den Früchten sind sie eine hervorragende Basis für gesunde Müsliriegel und Mandelmilch. Hierbei wird Müll generell vermieden, es werden die Ressourcen des Landes genutzt, die Arbeitsplätze der Bauern gesichert und die Einkommen der lokalen Bevölkerung erhöht.

Bambus als Baumaterial

Der weitverbreitete Bambus wird als nachwachsendes und damit nachhaltiges Baumaterial genutzt, um damit Müllkörbe für die Gemeinden und Schulen zu bauen. In dem Handwerksbetrieb „Bamboo Works“ fertigen Mitarbeiter und Volunteers auch Möbel und Strohhalme aus Bambus. Sie statten damit abgelegene Schulen aus.

Die Herausforderungen bei diesem Freiwilligenprojekt

Der Tourismus in Ghana als Wirtschaftszweig steht vor großen Problemen. Die Bevölkerung braucht Unterstützung, Aufklärung und Perspektiven. Beim Umweltschutz stellt die Präventionsarbeit die größte Hürde dar. Der regelmäßige und nachhaltige Austausch mit der lokalen Bevölkerung ist für den Umweltschutz von immenser Bedeutung, aber aufgrund der kulturellen Unterschiede auch manchmal eine Herausforderung.

Ergebnisse in der Freiwilligenarbeit

Seit der Einführung des Beach-Cleaning-Projektes 2017 wurde bereits viel erreicht. Dazu zählen u.a. regelmäßige Besuche und Unterricht in Schulen (ca. 1800 Kinder), drei große Beach „Cleaning Days“, an denen 4268 Kilogramm Müll von den Stränden entsorgt wurden. Des Weiteren organisierte das Team in Axim eine gut besuchte große Recycling-Ausstellung. Zwei 14-tägige Lehrerfortbildungen wurden finanziert und durchgeführt. Insgesamt verarbeitete das Team 30 000 benutzte Plastik-Wasserbeutel zu Tornetzen für den Ballsport.

Persönlicher Erfahrungsbericht eines Volunteers aus Deutschland

Ein Hruppe Volunteers nach der Strandreinigungaktion in Ghana
Gruppe Volunteers im Küstengebiet Ghana/ Foto Rainbow Garden Village

In seinem Erfahrungsbericht stellt Felix (19) aus Stuttgart seine Freiwilligenarbeit in Axim/Ghana vor. Er entschied sich für das Strandprojekt. Morgens ging es mit seinen ghanaischen Projektleitern und anderen Volunteers an den Strand, um diesen von angespültem Müll zu säubern. Danach traf man sich im Conference Room. Dort nähte das Team Trinkbeutel und zeichnete Comics zum Thema Umweltschutz. Beides konnten die Freiwilligen gut im Unterricht einsetzen. Zweimal pro Woche setzten sie sich am Ankobra-Fluß in ein Motorboot und fuhren flussaufwärts. Dort besuchten sie abgelegene Dörfer und Schulen. Sie sprachen mit Menschen über Umweltschutz und Recycling. „Unser Ziel war, die Menschen davon abzubringen, ihren Plastikmüll zu verbrennen oder ins Meer zu werfen“, sagt Felix. Denn eine Müllabfuhr existiere vor allem in abgelegenen Orten oft nicht. „Das Projekt hat mir sehr gut gefallen, war abwechslungsreich und ich bin froh, einen Beitrag für den Umweltschutz in Ghana geleistet zu haben“, sagt Felix.

Auf https://www.freiwilligenarbeit.de/erfahrungen-naturschutz-ghana.html berichtet Felix über seine Erfahrung im Axim-Projekt, wie er im Volunteer-Village wohnte und was er beeindruckend fand.  Ein weiteres Plus: In der Freizeit lässt es sich hervorragend an den wunderschönen Sandstränden entspannen, die Flora des immergrünen Regenwaldes erkunden oder Wildtierreservate im Norden des Landes besichtigen.

Kontakt: Christian Wack, Freiwilligenarbeit.de, Berliner Str. 36, 33378 Rheda-Wiedenbrück, Tel. 05242/405434-3, E-Mail: info@freiwilligenarbeit.de, https://www.freiwilligenarbeit.de

Über die Informationsportale und die Organisation:

Das Fachportal Freiwilligenarbeit.de ist eine große, unabhängige Informations- und Vergleichsplattform zum Engagement im Ausland, aber keine Freiwilligenorganisation. Das Team stellt Informationen rund um einen Auslandsaufenthalt als Volunteer zur Verfügung. Es bietet entsprechende Vorbereitungsmöglichkeiten und stellt passende und sinnvolle Projekte vor. Das Portal gehört zur INITIATIVE auslandszeit und zählt zu den größten unabhängigen Informationsportal-Netzwerken zum Thema Auslandsaufenthalt im deutschsprachigen Internet. Sie wurde 2008 in Rheda-Wiedenbrück (Westfalen) gegründet und verfolgt die Entwicklungen rund um die Themen Ausland, Bildung, Fremdsprachen, Reisen und Tourismus. Insgesamt sind unter dem Dach der Initiative verschiedene Online‐Fachportale vereint, die monatlich von über 500.000 Besuchern genutzt werden.

Rainbow Garden Village (RGV) ist ein spezialisierter Veranstalter für flexible Freiwilligenarbeit in Afrika und Asien. Seit 1999 bietet RGV jungen und erfahrenen Menschen die Möglichkeit, sich für eine nachhaltige Entwicklung im Ausland einzusetzen und sich in Sozial-, Schul-, Naturschutz- und Wildlife-Projekten zu engagieren. RGV steht für Qualität und hohe Standards. Die angebotenen Projekte kommen sowohl den Menschen als auch der Natur und Tierwelt in den Einsatzregionen zugute.

Redaktion: Beatrix Polgar-Stüwe

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