Ein MBA hilft auch im Non-Profit-Management

Ein MBA für das Non-Profit-Management – Interview mit Ansgar Cordier Open University-Student und Entwicklungshilfeberater  

Wer glaubt, ein MBA-Studium sei nur für Finanzfachleute nützlich, der irrt. Die meisten MBA-Absolventen zieht es in die Beratung. Untersuchungen zufolge arbeitet fast jeder zweite MBA-Absolvent weltweit im Consulting (FT), in Deutschland sind es sogar 70 Prozent (Staufenbiel). Beschäftigung finden viele Ab­solventen außerhalb des Finanzwesens in der Konsumgüterindustrie oder IT und immer häufiger bei nicht-staatlichen Interessen­ver­bänden, gemeinnützigen oder regierungsnahen Organisationen. Das sind politische, kirchliche, karitative, wirt­schaft­liche oder sozial engagierte Einrichtungen, deren Aktivitäten nicht auf Gewinn, sondern auf das Ge­mein­wohl gerichtet sind. Auch Non-Profit-Organisationen müssen ihre betriebswirtschaftlichen Kernstrategien zweck- und zielgerecht umsetzen. Kostendeckung und langfristige Sicherung einer Organisation sind im gemein­nützigen Management ebenso wichtig wie das Augenmerk auf Veränderungsprozesse, Führungsqualität oder Nach­haltigkeit. Ein gutes MBA-Programm stellt immer ein generalistisches Managementstudium mit den Kern-Diszi­plinen Strategie, Führung, Marketing, Finanzen und Innovation dar und richtet sich gleichermaßen an Führungs­kräfte in Profit- und Non-Profit-Organisationen.

 Ansgar Cordier (45) aus Mannheim hat sich als freier Berater und Trainer in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit einen Namen ge­macht. Er steht kurz vor dem Abschluss  seines MBA-Studiums an der Open University Business School. Die britische Universität ermöglicht ihren dreifach akkreditierten MBA ausschließlich im betreuten Fern­studium. Cordiers Arbeitsalltag und sein beruflicher Werdegang sind glei­cher­maßen aufregend. In Leipzig aufgewachsen wurde ihm in der DDR der Weg zu Studium verwehrt. Statt eines Studiums machte er eine Aus­bildung zum Schweißer. Nach der Wende folgte die IHK-Prüfung zum Bank­kaufmann und anschließend an der Uni Leipzig ein Magister in Ge­schichte, Kommunikation und Französisch. Cordier spricht Englisch, Fran­zösisch, Spanisch, Arabisch und Farsi. Seine Auftraggeber sind Ver­bände, Regierungsorganisationen und Gesellschaften, für die er Entwicklungs- und Wirtschaftsförderung leistet. Zu den spannendsten Einsatzländern zählen Afghanistan, Jemen, Georgien, Arabische Emirate, Sudan und Libyen.

Ansgar Cordier

Im Interview erläutert der Business School-Student, warum sein MBA-Studium ihm einen besseren Weg zu struk­turierten Problemlösungen ermöglichte, wie seine Kritikfähigkeit gegenüber vermeintlichen Wirtschaftsgurus wuchs und dass ihn der Austausch mit seinen internationalen Studienkollegen über den Tellerrand blicken ließ.


Frage:  Herr Cordier, was machen Sie beruflich?

ǀ Ansgar Cordier ǀ:  Ich bin als freier Berater in der Entwicklungshilfe und als Trainer für inter­kulturelle Kommunikation tätig. Schon wäh­rend meines Studiums hat mich der Nahe Osten fasziniert. Nach meinem Magister ar­bei­tete ich für an der Universität Tübingen in der Forschungsstelle Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte Mittlerer Osten in Aleppo/ Syrien und kümmerte mich um die Dokumentation von Privatarchiven syrischer Handelsdynastien. Nach langjährigen Tätigkeiten bei deutschen Kammern und Wirtschaftsverbänden kam ich zur Entwicklungszusammenarbeit, heute vor allem für die Wirtschaftsentwicklung. Dabei spielen die Beratung und der Aufbau von unabhängigen Unternehmer- und Wirtschaftsverbänden eine wichtige Rolle spielen.

Frage: Ein MBA hilft also nicht nur den Bankern oder Controllern? Warum glauben Sie, dass der MBA besonders sinnvoll ist für Führungskräfte in Non-Profit-Organisationen?

ǀ Ansgar Cordier ǀ: Mir war wichtig, breites Management-Wissen zu erwerben. Da die Entwicklungshilfe meistens weit vom Commercial Business entfernt liegt, hatte mich ein Studium, das sich  auf die nachhaltige Profitabilität fokussiert, sehr interessiert. Überraschend war allerdings, dass  das MBA-Programm der OU erstaunlich viele Komponenten für den Non-Profit-Sektor enthält. Zudem arbeiten viele Studienkollegen in diesem Bereich. Das hat sich auf die Inhalte in den Tutorien und Residential Schools positiv ausgewirkt.

Frage: Warum haben Sie sich für ein MBA an der Open University entschieden?

ǀ Ansgar Cordier ǀ:  Als ich im Rahmen eines deutschen Entwicklungshilfeprojekts im Jemen lebte, wurde ich dort von einer Kollegin auf den MBA der OU aufmerksam gemacht. Schon länger überlegte ich, ein postgraduales Universitätsstudium aufzunehmen, weil ich meine Wirtschafts- und Management­-Kenntnisse vertiefen wollte. Der MBA der OU erschien für mich von allen gesichteten Programmen das Beste, zum einen hinsichtlich der Akkreditierungen und zum anderen im Blick auf die Struktur, die guten Lehrmaterialien und die Integration der beruflichen Praxis.

Frage: Was hat Sie im Studium beeindruckt?

ǀ Ansgar Cordier ǀ: Der MBA-Lehrplan ist sehr inhaltsreich: Studierende erhalten zuerst einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Management-Theorien. Zudem „zwingt“ das Programm dazu, die gelernten Theorien auf Praxistauglichkeit für den eigenen Arbeitskontext zu überprüfen. Dadurch muss man sich intensiv mit Modellen

auseinandersetzen und sie kritisch betrachten. Der Lerneffekt, der vor allem in den benoteten Haus- und Projektarbeiten (TMA) sichtbar wird, wird damit gesteigert. Die OU ist, auch wenn man wie ich, hauptsächlich an Tutorien in Deutschland teilnimmt, sehr international geprägt. Ob in den virtuellen Tutorien oder mehrtägigen Residential Schools: Durch meine Studienkollegen aus vielen Ländern lernte ich andere Arbeitsumfelder und Herausforderungen kennen. In den interaktiven Gruppenarbeiten erfuhr ich von unterschiedlichen kulturellen Herangehensweisen, was ich persönlich als sehr bereichernd empfand. Menschen mit anderem Ausbildungs- und Arbeitshintergrund haben eine andere Perspektive – auch auf meine Arbeit. Das half mir mehrmals konkret weiter, bestimmte Probleme zu lösen.

OUBS

 

 

 

 

 

 

Frage:   Haben Sie auch während Ihrer Auslandsaufenthalte studiert? War das „portable“ Studienformat hilfreich?

ǀ Ansgar Cordier ǀ:  Ich begann mit dem MBA-Studium, als ich im Jemen lebte und arbeitete. Dafür war das flexible Format des Fernstudiums ideal, da ich alle Aktivitäten und Tutorien auch online verfolgen konnte. Für Prüfungen musste ich nicht nach England reisen, sondern konnte sie in einem Raum an der Universität Frankfurt schreiben. Da ich auch jetzt durch meine Tätigkeit viel im Ausland bin und selten eine kontinuierliche Arbeitsroutine habe, passt der OU-Ansatz für mich gut.

 

(v.l.): Herr Razizulzai, Präsidiumsmitglied der Federation of Afghan Craftsmen and Traders (FACT) mit Ansgar Cordier am Sarobi-Stausee bei Kabul

 

 

Frage:  Welche Inhalte waren für Sie persönlich im MBA-Studium besonders hilfreich für Ihre Tätigkeit? Wobei haben Sie einen direkten Bezug finden können?

ǀ Ansgar Cordier ǀ: Ein MBA hilft, besser mit Menschen zu arbeiten. Das bedeutet, Ressourcen besser und effektiver zu managen. Im Stakeholder-Ansatz findet sich das besonders wieder. Hier geht es weniger darum, etwas „richtig“ zu machen, sondern mit Menschen und deren durchaus im Konflikt stehenden Interessen effizient zu verhandeln, dabei die strategischen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren und ethische Grundsätze zu verfolgen. Dafür war das Strategy-Modul sehr hilfreich.

Frage:  Wenn Sie heute auf Ihre fast abgeschlossene MBA-Ausbildung zurückblicken: Was haben Sie für Ihre Arbeit in der Entwicklungsförderung mitnehmen können?

ǀ Ansgar Cordier ǀ: Nützlich fand ich alle Modelle, die meine Arbeit erleichtern und einen strukturierten Zugang zu Problemen ermöglichen, die über den „common sense“ hinausgehen. Dazu zählt auch, dass man mehr kritisches Potential gegenüber Gurus und deren Meinungen entwickelt und diese hinterfragt. Und last but not least: Keine Angst vor Zahlen! Das Financial Strategy-Modul war zwar inhaltlich das umfassendste, aber auch das entscheidendste.

Frage:  Fühlen Sie sich mit den Studieninhalten „fitter“ für bestimmte geschäftliche Abläufe und Strategien im Non-Profit-Sektor?

 ǀ Ansgar Cordier ǀ:  Ja, und eigentlich bedauere ich, meinen MBA nicht schon früher angefangen zu haben. Denn viele Herausforderungen und Probleme, gerade im Verhandeln mit Stakeholder Groups hätte ich gelassener angehen können. Außerdem habe ich durch den MBA einmal mehr gelernt, dass andere auch nur „mit Wasser kochen“.

 

Ansgar Cordier in Westafghanistan mit (v.l.n.r.) einem Handwerker aus Herat, dem Präsidenten der nationalen Handwerkerföderation FACT und einem Mitarbeiter der deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) aus Kabul.

 

Frage:  Können Sie auch anderen aus dem Non-Profit-Sektor ein MBA-Studium empfehlen?

ǀ Ansgar Cordier ǀ: Ja, aber das hängt auch vom Sektor ab: Wer in der öffentlichen Verwaltung arbeitet, ist mit einem MPA möglicherweise besser bedient.

Frage:  Wie konnten Sie das Studium, ihre Arbeit im Ausland und das Familienleben miteinander vereinbaren?

ǀ Ansgar Cordier ǀ: Das war nicht immer einfach! Die Wochenenden, die ich zumindest teilweise am Schreibtisch verbrachte, während meine Familie ihre Freizeit draußen genießen konnte, habe ich nicht gezählt. Auch für die Tutorien ging so manches Wochenende alle drei Monate drauf. Aber die zeitliche Investition hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Kontakt:  The Open University Business School Representation, Tristan Sage, Zeppelinstraße 73, 81669 München, Tel. 089/89 70 90 48, E-Mail: T.Sage@open.ac.uk oder www.open.ac.uk/business-school

Ansgar Cordier Training  & Consultancy, Karl-Kuntz-Weg 9, 68163 Mannheim                       E-Mail: info@ansgarcordier.de oder www.ansgarcordier.de

Das Interview führte Beatrix Polgar-Stüwe, Pressereferat The Open University Deutschland

Über die Open University Business School:    

Die Open University Business School wurde 1984 gegründet. Sie ist die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Open University. Als größte britische staatliche Universität mit über 260.000 Studierenden ermöglicht die Open University akademische und berufliche Weiterbildung im betreuten Fernstudium. Alle akademischen Hochschulabschlüsse sind in Deutschland und international anerkannt. Die Open University Business School gilt als eine der größten dreifach akkreditierten Business Schools in Europa und ist führender Anbieter von MBA-Ab­schlüs­sen. Sie verfügt über die drei internationalen MBA-Akkreditierungen EQUIS, AACSB und AMBA und bietet BA-, Master- und Forschungsstudiengänge an.  www.open.ac.uk/business-school

 

 

 

Ein MBA für das Non-Profit-Management – Interview mit Ansgar Cordier Open University-Student und Entwicklungshilfeberater  

Wer glaubt, ein MBA-Studium sei nur für Finanzfachleute nützlich, der irrt. Die meisten MBA-Absolventen zieht es in die Beratung. Untersuchungen zufolge arbeitet fast jeder zweite MBA-Absolvent weltweit im Consulting (FT), in Deutschland sind es sogar 70 Prozent (Staufenbiel). Beschäftigung finden viele Ab­solventen außerhalb des Finanzwesens in der Konsumgüterindustrie oder IT und immer häufiger bei nicht-staatlichen Interessen­ver­bänden, gemeinnützigen oder regierungsnahen Organisationen. Das sind politische, kirchliche, karitative, wirt­schaft­liche oder sozial engagierte Einrichtungen, deren Aktivitäten nicht auf Gewinn, sondern auf das Ge­mein­wohl gerichtet sind. Auch Non-Profit-Organisationen müssen ihre betriebswirtschaftlichen Kernstrategien zweck- und zielgerecht umsetzen. Kostendeckung und langfristige Sicherung einer Organisation sind im gemein­nützigen Management ebenso wichtig wie das Augenmerk auf Veränderungsprozesse, Führungsqualität oder Nach­haltigkeit. Ein gutes MBA-Programm stellt immer ein generalistisches Managementstudium mit den Kern-Diszi­plinen Strategie, Führung, Marketing, Finanzen und Innovation dar und richtet sich gleichermaßen an Führungs­kräfte in Profit- und Non-Profit-Organisationen.

 

Ansgar Cordier (45) aus Mannheim hat sich als freier Berater und Trainer in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit einen Namen ge­macht. Er steht kurz vor dem Abschluss  seines MBA-Studiums an der Open University Business School. Die britische Universität ermöglicht ihren dreifach akkreditierten MBA ausschließlich im betreuten Fern­studium. Cordiers Arbeitsalltag und sein beruflicher Werdegang sind glei­cher­maßen aufregend. In Leipzig aufgewachsen wurde ihm in der DDR der Weg zu Studium verwehrt. Statt eines Studiums machte er eine Aus­bildung zum Schweißer. Nach der Wende folgte die IHK-Prüfung zum Bank­kaufmann und anschließend an der Uni Leipzig ein Magister in Ge­schichte, Kommunikation und Französisch. Cordier spricht Englisch, Fran­zösisch, Spanisch, Arabisch und Farsi. Seine Auftraggeber sind Ver­bände, Regierungsorganisationen und Gesellschaften, für die er Entwicklungs- und Wirtschaftsförderung leistet. Zu den spannendsten Einsatzländern zählen Afghanistan, Jemen, Georgien, Arabische Emirate, Sudan und Libyen.

Im Interview erläutert der Business School-Student, warum sein MBA-Studium ihm einen besseren Weg zu struk­turierten Problemlösungen ermöglichte, wie seine Kritikfähigkeit gegenüber vermeintlichen Wirtschaftsgurus wuchs und dass ihn der Austausch mit seinen internationalen Studienkollegen über den Tellerrand blicken ließ.



Frage:  Herr Cordier, was machen Sie beruflich?

ǀ Ansgar Cordierǀ:  Ich bin als freier Berater in der Entwicklungshilfe und als Trainer für inter­kulturelle Kommunikation tätig. Schon wäh­rend meines Studiums hat mich der Nahe Osten fasziniert. Nach meinem Magister ar­bei­tete ich für an der Universität Tübingen in der Forschungsstelle Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte Mittlerer Osten in Aleppo/ Syrien und kümmerte mich um die Dokumentation von Privatarchiven syrischer Handelsdynastien. Nach langjährigen Tätigkeiten bei deutschen Kammern und Wirtschaftsverbänden kam ich zur Entwicklungszusammenarbeit, heute vor allem für die Wirtschaftsentwicklung. Dabei spielen die Beratung und der Aufbau von unabhängigen Unternehmer- und Wirtschaftsverbänden eine wichtige Rolle spielen.

Frage: Ein MBA hilft also nicht nur den Bankern oder Controllern? Warum glauben Sie, dass der MBA besonders sinnvoll ist für Führungskräfte in Non-Profit-Organisationen?

ǀ Ansgar Cordierǀ: Mir war wichtig, breites Management-Wissen zu erwerben. Da die Entwicklungshilfe meistens weit vom Commercial Business entfernt liegt, hatte mich ein Studium, das sich  auf die nachhaltige Profitabilität fokussiert, sehr interessiert. Überraschend war allerdings, dass  das MBA-Programm der OU erstaunlich viele Komponenten für den Non-Profit-Sektor enthält. Zudem arbeiten viele Studienkollegen in diesem Bereich. Das hat sich auf die Inhalte in den Tutorien und Residential Schools positiv ausgewirkt.

Frage: Warum haben Sie sich für ein MBA an der Open University entschieden?

ǀ Ansgar Cordierǀ:  Als ich im Rahmen eines deutschen Entwicklungshilfeprojekts im Jemen lebte, wurde ich dort von einer Kollegin auf den MBA der OU aufmerksam gemacht. Schon länger überlegte ich, ein postgraduales Universitätsstudium aufzunehmen, weil ich meine Wirtschafts- und Management­-Kenntnisse vertiefen wollte. Der MBA der OU erschien für mich von allen gesichteten Programmen das Beste, zum einen hinsichtlich der Akkreditierungen und zum anderen im Blick auf die Struktur, die guten Lehrmaterialien und die Integration der beruflichen Praxis.

Frage: Was hat Sie im Studium beeindruckt?

ǀ Ansgar Cordierǀ:Der MBA-Lehrplan ist sehr inhaltsreich: Studierende erhalten zuerst einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Management-Theorien. Zudem „zwingt“ das Programm dazu, die gelernten Theorien auf Praxistauglichkeit für den eigenen Arbeitskontext zu überprüfen. Dadurch muss man sich intensiv mit Modellen

auseinandersetzen und sie kritisch betrachten. Der Lerneffekt, der vor allem in den benoteten Haus- und Projektarbeiten (TMA) sichtbar wird, wird damit gesteigert. Die OU ist, auch wenn man wie ich, hauptsächlich an Tutorien in Deutschland teilnimmt, sehr international geprägt. Ob in den virtuellen Tutorien oder mehrtägigen Residential Schools: Durch meine Studienkollegen aus vielen Ländern lernte ich andere Arbeitsumfelder und Herausforderungen kennen. In den interaktiven Gruppenarbeiten erfuhr ich von unterschiedlichen kulturellen Herangehensweisen, was ich persönlich als sehr bereichernd empfand. Menschen mit anderem Ausbildungs- und Arbeitshintergrund haben eine andere Perspektive – auch auf meine Arbeit. Das half mir mehrmals konkret weiter, bestimmte Probleme zu lösen.

 

 

 

 

 

 

Frage:   Haben Sie auch während Ihrer Auslandsaufenthalte studiert? War das „portable“ Studienformat hilfreich?

 

ǀ Ansgar Cordierǀ: Ich begann mit dem MBA-Studium, als ich im Jemen lebte und arbeitete. Dafür war das flexible Format des Fernstudiums ideal, da ich alle Aktivitäten und Tutorien auch online verfolgen konnte. Für Prüfungen musste ich nicht nach England reisen, sondern konnte sie in einem Raum an der Universität Frankfurt schreiben. Da ich auch jetzt durch meine Tätigkeit viel im Ausland bin und selten eine kontinuierliche Arbeitsroutine habe, passt der OU-Ansatz für mich gut.

 

 

(v.l.n.r.): Herr Razizulzai, Präsidiumsmitglied der Federation of Afghan Craftsmen and Traders (FACT) mit Ansgar Cordier am Sarobi-Stausee bei Kabul

 

Frage:  Welche Inhalte waren für Sie persönlich im MBA-Studium besonders hilfreich für Ihre Tätigkeit? Wobei haben Sie einen direkten Bezug finden können?

 

ǀ Ansgar Cordierǀ:Ein MBA hilft, besser mit Menschen zu arbeiten. Das bedeutet, Ressourcen besser und effektiver zu managen. Im Stakeholder-Ansatz findet sich das besonders wieder. Hier geht es weniger darum, etwas „richtig“ zu machen, sondern mit Menschen und deren durchaus im Konflikt stehenden Interessen effizient zu verhandeln, dabei die strategischen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren und ethische Grundsätze zu verfolgen. Dafür war das Strategy-Modul sehr hilfreich.

 


Frage:  Wenn Sie heute auf Ihre fast abgeschlossene MBA-Ausbildung zurückblicken: Was haben Sie für Ihre Arbeit in der Entwicklungsförderung mitnehmen können?

 

ǀ Ansgar Cordierǀ:Nützlich fand ich alle Modelle, die meine Arbeit erleichtern und einen strukturierten Zugang zu Problemen ermöglichen, die über den „common sense“ hinausgehen. Dazu zählt auch, dass man mehr kritisches Potential gegenüber Gurus und deren

Meinungen entwickelt und diese hinterfragt. Und last but not least: Keine Angst vor Zahlen! Das Financial Strategy-Modul war zwar inhaltlich das umfassendste, aber auch das entscheidendste.

 

Frage:  Fühlen Sie sich mit den Studieninhalten „fitter“ für bestimmte geschäftliche Abläufe und Strategien im Non-Profit-Sektor?

 

ǀ Ansgar Cordierǀ: Ja, und eigentlich bedauere ich, meinen MBA nicht schon früher angefangen zu haben. Denn viele Herausforderungen und Probleme, gerade im Verhandeln mit Stakeholder Groups hätte ich gelassener angehen können. Außerdem habe ich durch den MBA einmal mehr gelernt, dass andere auch nur „mit Wasser kochen“.

 

 

 

Ansgar Cordier in Westafghanistan mit (v.l.n.r.) einem Handwerker aus Herat, dem Präsidenten der nationalen Handwerkerföderation FACT und einem Mitarbeiter der deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) aus Kabul.

 

 

 

Frage:  Können Sie auch anderen aus dem Non-Profit-Sektor ein MBA-Studium empfehlen?

 

ǀ Ansgar Cordierǀ:Ja, aber das hängt auch vom Sektor ab: Wer in der öffentlichen Verwaltung arbeitet, ist mit einem MPA möglicherweise besser bedient.

 

Frage:  Wie konnten Sie das Studium, ihre Arbeit im Ausland und das Familienleben miteinander vereinbaren?

 

ǀ Ansgar Cordierǀ:Das war nicht immer einfach! Die Wochenenden, die ich zumindest teilweise am Schreibtisch verbrachte, während meine Familie ihre Freizeit draußen genießen konnte, habe ich nicht gezählt. Auch für die Tutorien ging so manches Wochenende alle drei Monate drauf. Aber die zeitliche Investition hat sich auf jeden Fall gelohnt.

 

Kontakt:

 

The Open University Business School Representation, Tristan Sage,  Zeppelinstraße 73, 81669 München, Tel. 089/89 70 90 48,

E-Mail: T.Sage@open.ac.uk oder www.open.ac.uk/business-school

 

Ansgar Cordier Training  & Consultancy, Karl-Kuntz-Weg 9, 68163 Mannheim                        E-Mail: info@ansgarcordier.de oder www.ansgarcordier.de

Das Interview führte Beatrix Polgar-Stüwe, Pressereferat The Open University Deutschland

   


 

 

 

 

Über die Open University Business School:    

Die Open University Business School wurde 1984 gegründet. Sie ist die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Open University. Als größte britische staatliche Universität mit über 260.000 Studierenden ermöglicht die Open University akademische und berufliche Weiterbildung im betreuten Fernstudium. Alle akademischen Hochschulabschlüsse sind in Deutschland und international anerkannt. Die Open University Business School gilt als eine der größten dreifach akkreditierten Business Schools in Europa und ist führender Anbieter von MBA-Ab­schlüs­sen. Sie verfügt über die drei internationalen MBA-Akkreditierungen EQUIS, AACSB und AMBA und bietet BA-, Master- und Forschungsstudiengänge an.  www.open.ac.uk/business-school 


 

 

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